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Der TSV Obernsees steht vor einem historischen Schritt. Die Mitglieder haben eine Entscheidung getroffen, die die Zukunft des Vereins maßgeblich beeinflussen könnte.

Für die TSV-Verantwortlichen war es ein großer Tag. Unmittelbar nach der Entscheidung der Mitglieder für den Kauf des 16.667 Quadratmeter großen Areals, das den Hauptplatz (im Bild) und die dahinterliegenden Tennisplätze und das Tennisheim umfasst, zeigten sie sich mit Bürgermeister Karl Lappe (Zweiter von rechts) auf dem bestens gepflegten Rasen. Von links: Ehrenvorsitzender Roland Eisenhuth, Schatzmeister Nico Baumgärtner, Vorsitzender Stefan Seyferth-Zapf und rechts Co-Vorsitzender (Sport) Julian Bräutigam. Foto: Dieter Jenß

In der 120-jährigen Geschichte des TSV Obernsees gab es viele bedeutende Momente. Doch die außerordentliche Mitgliederversammlung am Montagabend markierte eine außergewöhnliche Sternstunde. Die Mitglieder stimmten einstimmig für den Kauf des Sportgeländes von Wolfgang Röthel. Gleichzeitig beschlossen sie den Verkauf des Standorts neben der Kulturscheune an die Gemeinde Mistelgau. Dort befand sich das ehemalige Sportheim, das 54 Jahre lang das Domizil des TSV war, bevor es 2014 abgerissen wurde. Die Gemeinde hat dort 2016 einen beliebten Spielplatz eingerichtet.

Kauf des Sportgeländes: Vorsitzender Stefan Seyferth-Zapf betonte, dass das Angebot des Verpächters, das Areal zu kaufen, sehr erfreulich war. Konstruktive Gespräche führten schnell zu einem Ergebnis, nachdem der TSV seine Kaufbereitschaft signalisiert hatte. „Für uns war es die einmalige Chance, ein lang gehegtes Anliegen umzusetzen“, so Seyferth-Zapf. Seit 1949 bestand ein Pachtverhältnis mit der Familie Knarr/Röthel, das zuletzt für 25 Jahre verlängert wurde. Der Kauf spart dem Verein jährliche Pachtkosten von 780 Euro. Seyferth-Zapf lobte das faire Preisangebot von Wolfgang Röthel, was mit Beifall der Mitglieder quittiert wurde.

Einzelheiten zum Kaufpreis: Der Kaufpreis orientierte sich am Bodenrichtwert für Ackerland, der bei 2,20 Euro liegt. Der TSV nutzte die Gelegenheit, das 16.667 Quadratmeter große Gelände für 1,96 Euro pro Quadratmeter zu erwerben. Wolfgang Röthel erläuterte, dass die Grundsteuerreform in Deutschland ausschlaggebend für den Verkauf war. Die jährliche Grundsteuer wurde auf 2000 Euro festgelegt, zuvor betrug sie 60 Euro. Für den TSV bedeutet die Gemeinnützigkeit eine Befreiung von der Grundsteuer.

Historische Verbindung: Die Familie Röthel, vormals Knarr, war stets eng mit dem TSV verbunden. Bereits die Großeltern von Wolfgang Röthel führten die Gaststätte Knarr in Obernsees, die ab 1949 als Vereinslokal diente. Das große Areal wird seit 1949 als Sportgelände genutzt. Der Bau des Hauptplatzes und der Tennisplätze von 1975 bis 1978 war ein bedeutender Einschnitt. Wolfgang Röthel, seit 48 Jahren Abteilungsleiter Tischtennis, ermöglichte mit dem Verkauf seines Elternhauses das Großprojekt „Kulturscheune“, das 2013 abgeschlossen wurde.

Verkauf des Spielplatzgeländes: Auch dem Verkauf des ehemaligen Sportheimgeländes an die Gemeinde Mistelgau stimmten die Mitglieder zu. Die Gemeinde hatte lange Interesse am Grundstück gezeigt. Der Verkaufserlös soll in die Investition des Sportgeländes fließen. In Gesprächen mit Bürgermeister Karl Lappe wurde der Verkauf des 448 Quadratmeter großen Geländes für 13.500 Euro vereinbart.

Zukunftspläne: Der TSV Obernsees plant, den Kauf des Sportgeländes aus Rücklagen zu finanzieren. Weitere Baumaßnahmen erfordern Unterstützung von Mitgliedern und Sponsoren. Eine „Crowdfunding-Aktion“ wird ins Auge gefasst, erläuterte Schatzmeister Nico Baumgärtner.

Die Arbeitsgruppe „Sportgelände der Zukunft“ befasst sich mit Themen wie Toilettenanlage, Modernisierung des Tennisheims und Schiedsrichterkabinen. Bereits begonnen wurde der Umbau von Garagen zu Toilettenanlagen und einem Getränkedepot. Eine Überdachung für Zuschauer ist ebenfalls geplant. Ehrenvorsitzender Roland Eisenhuth rief die Mitglieder zur Mithilfe bei Arbeitseinsätzen auf.

Dieter Jenß Nordbayerischer Kurier

 


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